Lohnpfändung 2026: Ablauf Schritt für Schritt
Eine Lohnpfändung beginnt mit einem Beschluss des Gerichts und endet erst, wenn die Forderung bezahlt ist. Der Rechner oben schätzt, wie viele Monate das bei Ihrem Netto dauert.
Lohnpfändung läuft etwa
9 Monate
Das sind rund 0,8 Jahre bei gleichbleibendem Lohn.
| Pfändbar im Monat | 708,82 € |
| Ihnen bleiben | 1.891,18 € |
Ohne Zinsen, Vollstreckungskosten und Lohnänderungen: Die tatsächliche Dauer ist meist länger. Die Tabelle wird jedes Jahr zum 1. Juli angepasst.
Erstellt von Radif Partners · Rechenweg · Tabelle 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 80) und ZPO geprüft am 28. Oktober 2026
Bei einer Lohnpfändung verbietet das Vollstreckungsgericht Ihrem Arbeitgeber, den pfändbaren Teil des Lohns an Sie auszuzahlen, und überweist diesen Anspruch dem Gläubiger. Grundlage ist ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss nach §§ 829 und 835 ZPO. Wirksam wird die Pfändung, sobald der Beschluss dem Arbeitgeber zugestellt ist; ab dann muss er jeden Monat den Betrag aus der Pfändungstabelle an den Gläubiger abführen und auf Verlangen binnen zwei Wochen erklären, ob er zahlen wird und ob schon andere gepfändet haben. Was Ihnen bleibt, bestimmt § 850c ZPO: ohne Unterhaltspflicht mindestens 1.587,40 € plus drei Zehntel des Mehrbetrags. Ein Beispiel: Bei 2.900 € netto und einer unterhaltsberechtigten Person gehen 357,59 € im Monat an den Gläubiger. Eine Forderung von 8.500 € wäre damit nach etwa 24 Monaten getilgt, ohne Zinsen und Kosten gerechnet. Die Pfändung läuft, bis die Forderung beglichen ist, und passt sich jeden Juli an die neue Tabelle an.
Vom Antrag bis zur Zustellung
Am Anfang steht ein Gläubiger, der seine Forderung zwangsweise eintreiben darf und beim Vollstreckungsgericht den Erlass eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses beantragt. Für diesen Antrag gibt es amtliche Formulare, die der Antragsteller benutzen muss (§ 829 Abs. 4 ZPO). Das Gericht erlässt dann zwei Anordnungen zugleich: Es verbietet Ihrem Arbeitgeber, der im Gesetz Drittschuldner heißt, an Sie zu zahlen, und gebietet Ihnen, über die Forderung nicht mehr zu verfügen, sie also insbesondere nicht selbst einzuziehen.
Der Gläubiger lässt den Beschluss Ihrem Arbeitgeber zustellen. Mit dieser Zustellung ist die Pfändung bewirkt. Erst danach stellt der Gerichtsvollzieher Ihnen den Beschluss zu, mit dem Nachweis über die Zustellung an den Arbeitgeber. Zugleich überweist das Gericht die gepfändete Forderung dem Gläubiger, nach seiner Wahl zur Einziehung oder an Zahlungs statt (§ 835 ZPO). Bei der Lohnpfändung bedeutet das: Der Gläubiger darf den pfändbaren Lohnteil bei Ihrem Arbeitgeber einfordern.
Was im Betrieb passiert
Ihr Arbeitgeber muss ab der Zustellung bei jeder Abrechnung den pfändbaren Betrag ermitteln und an den Gläubiger abführen. Er bekommt mit dem Beschluss die Aufforderung, binnen zwei Wochen zu erklären, ob er die Forderung anerkennt, ob andere Personen Ansprüche darauf erheben und ob sie bereits für andere Gläubiger gepfändet ist (§ 840 ZPO). Damit erfährt der Gläubiger auch von früheren Pfändungen. Der Beschluss muss keinen festen Betrag nennen: Nach § 850c Abs. 5 ZPO genügt der Verweis auf die Tabelle. Die Pflichten des Arbeitgebers im Einzelnen stehen unter Lohnpfändung beim Arbeitgeber.
Treffen eine Pfändung wegen Unterhalts und eine wegen einer gewöhnlichen Forderung zusammen, verrechnet der Arbeitgeber die Unterhaltsforderung zunächst auf den Teil des Lohns, der nur für Unterhalt zusätzlich pfändbar ist (§ 850e Nr. 4 ZPO). Der Tabellenbetrag bleibt dann möglichst für den anderen Gläubiger. Auf Antrag nimmt das Vollstreckungsgericht diese Verrechnung selbst vor.
| Netto im Monat | keine Person | eine Person | zwei Personen |
|---|---|---|---|
| 2.300 € | 18 Monate | 148 Monate | kein Abzug |
| 2.900 € | 10 Monate | 24 Monate | 56 Monate |
| 3.500 € | 7 Monate | 13 Monate | 22 Monate |
Wie lange eine Lohnpfändung dauert
Ein festes Enddatum gibt es nicht. Die Pfändung läuft, bis die Forderung samt Zinsen und Kosten bezahlt ist. Der Rechner oben teilt die offene Summe durch den pfändbaren Monatsbetrag. Das ist eine Untergrenze: Laufende Zinsen und Vollstreckungskosten verlängern die Zeit. Umgekehrt kann sie kürzer werden, wenn Ihr Lohn steigt. Jeden 1. Juli ändern sich außerdem die Freibeträge, zuletzt am 1. Juli 2026; der Arbeitgeber rechnet dann ohne neuen Beschluss mit der neuen Tabelle.
Wer wissen will, wie viel jeden Monat abgezogen wird, braucht das richtige Netto. Ziehen Sie die geschützten Lohnteile ab, etwa die Hälfte der Überstundenvergütung, und geben Sie das Ergebnis in den Pfändungsrechner. Der Weg dorthin steht unter pfändbares Einkommen berechnen.
Pfändbarer Betrag monatlich
Pfändbarer Betrag monatlich
357,59 €
| Bleibt Ihnen (unpfändbar) | 2.542,41 € |
| Geht an den Gläubiger | 357,59 € |
| Zeile der amtlichen Tabelle | 2.900 € – 2.909,99 € |
| Grundfreibetrag mit Unterhaltspflichten | 2.184,82 € |
Bleibt Ihnen nach der Tabelle zu wenig für den notwendigen Lebensunterhalt, kann das Vollstreckungsgericht auf Ihren Antrag mehr belassen; siehe Pfändungsfreibetrag erhöhen. Pfändet der Gläubiger statt des Lohns oder zusätzlich Ihr Bankkonto, gelten eigene Regeln, siehe Kontopfändung. Bei Unterhaltsschulden weicht die Rechnung von der Tabelle ab: Unterhaltspfändung.