P-Konto-Bescheinigung: so wird der höhere Freibetrag wirksam
Vorlagetag, Unterhaltspflichten und Kinder eintragen: Der Rechner nennt den Tag, ab dem die Bank den höheren Freibetrag beachtet, und wie lange eine unbefristete Bescheinigung trägt.
Höherer Freibetrag gilt ab
30. Oktober 2026
Neuer Freibetrag: 2.446,42 € im Monat statt 1.590 €.
| Zweiter Geschäftstag nach Vorlage | Freitag |
| Unbefristete Bescheinigung gilt bis etwa | 28. Oktober 2028 |
| Mehr als der Sockel | 856,42 € |
Ausstellen dürfen Familienkasse, Sozialleistungsträger, Arbeitgeber und anerkannte Schuldnerberatungsstellen (§ 903 Abs. 1 ZPO). Unbefristete Bescheinigungen beachtet die Bank zwei Jahre (§ 903 Abs. 2).
Erstellt von Radif Partners · Rechenweg · Tabelle 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 80) und ZPO geprüft am 28. Oktober 2026
Eine P-Konto-Bescheinigung belegt der Bank, dass Ihnen mehr als der Sockel von 1.590 € zusteht, etwa wegen Unterhaltspflichten, Kindergeld oder Sozialleistungen (§ 903 ZPO). Ausstellen dürfen sie die Familienkasse, ein Sozialleistungsträger oder eine andere Stelle, die solche Leistungen gewährt, Ihr Arbeitgeber und geeignete Personen oder Stellen nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO, also auch anerkannte Schuldnerberatungsstellen. Die Bank muss die Angaben ab dem zweiten Geschäftstag nach der Vorlage beachten: Legen Sie die Bescheinigung am 27. November 2026 vor, gilt der höhere Betrag ab dem 1. Dezember 2026. Bis dahin darf sie aus dem Erhöhungsbetrag noch an den Gläubiger zahlen. Für eine Person mit einem unterhaltsberechtigten Partner und zwei Kindern mit Kindergeld steigt der Schutz so von 1.590 € auf 2.705,42 € im Monat. Eine befristete Bescheinigung gilt für ihre Laufzeit, eine unbefristete zwei Jahre. Stellt Ihnen niemand eine aus, setzt das Vollstreckungsgericht die Beträge auf Antrag fest (§ 905 ZPO).
Wozu die Bescheinigung dient
Die Bank sieht auf Ihrem Konto nur Buchungen. Ob eine Gutschrift Kindergeld ist, ob Sie Kindern Unterhalt leisten oder ob ein Teil Ihrer Leistung für Mitbewohner einer Bedarfsgemeinschaft bestimmt ist, weiß sie nicht. § 903 Abs. 1 ZPO löst das mit einer klaren Regel: Bis Sie nachweisen, dass Guthaben nach § 902 ZPO geschützt ist, darf die Bank daraus mit befreiender Wirkung an den Gläubiger zahlen. Wer keine Bescheinigung vorlegt, verliert also nicht den Anspruch, wohl aber das Geld, das in der Zwischenzeit abfließt.
Die Bescheinigung ersetzt nicht das P-Konto, sie ergänzt es. Den Sockel von 1.590 € gibt es ohne Papier. Was darüber liegt, zählt § 902 ZPO auf: Unterhaltspflichten, Leistungen für Personen einer Bedarfsgemeinschaft, einmalige Sozialleistungen, Mehraufwand wegen eines Gesundheitsschadens, Kindergeld, eigene Leistungen nach SGB II oder XII über dem Sockel und weitere gesetzlich unpfändbare Geldleistungen. Die Summen je Haushalt stehen unter P-Konto-Freibetrag 2026.
Wer ausstellt und ab wann es wirkt
Das Gesetz kennt drei Gruppen von Ausstellern. Erstens die Familienkasse, Sozialleistungsträger und andere Einrichtungen, die Leistungen im Sinne des § 902 zahlen. Zweitens den Arbeitgeber. Drittens geeignete Personen oder Stellen nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 der Insolvenzordnung; dazu zählen die anerkannten Schuldnerberatungsstellen. Zur Ausstellung verpflichtet ist nur die erste Gruppe, und auch nur für die Leistungen, die sie selbst auf Ihr Konto überweist.
Ab der Vorlage läuft eine kurze Frist: Die Bank beachtet die Angaben ab dem zweiten Geschäftstag danach (§ 903 Abs. 4 ZPO). Der Rechner zählt Montag bis Freitag ohne die bundesweiten Feiertage. Ein Freitag als Vorlagetag führt deshalb zum Dienstag, Ostern kann die Wartezeit um mehrere Tage verlängern.
| Vorgelegt am | Bank beachtet ab | Unbefristet gültig bis etwa |
|---|---|---|
| 27. November 2026 | 1. Dezember 2026 | 27. November 2028 |
| 30. November 2026 | 2. Dezember 2026 | 30. November 2028 |
| 25. März 2027 | 31. März 2027 | 25. März 2029 |
| 30. April 2027 | 4. Mai 2027 | 30. April 2029 |
| 12. Mai 2027 | 14. Mai 2027 | 12. Mai 2029 |
Eine befristete Bescheinigung beachtet die Bank für die Dauer, für die sie ausgestellt ist. Fehlt ein Enddatum, gilt sie zwei Jahre; danach kann die Bank einen neuen Nachweis verlangen. Ändert sich vorher etwas, etwa weil ein Kind auszieht und keinen Unterhalt mehr bekommt, darf sie bei tatsächlichen Anhaltspunkten früher nachfragen. Eine Änderung zu Ihren Gunsten, etwa ein weiteres Kind, erfährt die Bank dagegen erst durch einen neuen Nachweis.
Kindergeld geschützt im Monat
Kindergeld geschützt im Monat
518 €
| Kindergeld je Kind | 259 € |
| Kindergeld insgesamt | 518 € |
| P-Konto mit Kindergeld (ohne Unterhaltspflichten) | 2.108 € |
Wenn niemand bescheinigt: das Gericht
Nicht jeder bekommt den Nachweis ohne Weiteres. Für diesen Fall gibt § 905 ZPO eine Reihenfolge vor. Sie fragen zunächst bei einer Stelle nach Nr. 1, von der Sie eine Leistung beziehen, danach bei einer weiteren berechtigten Stelle. Machen Sie glaubhaft, dass Sie die Bescheinigung von beiden nicht in zumutbarer Weise erhalten konnten, setzt das Vollstreckungsgericht auf Antrag die Erhöhungsbeträge fest und bestimmt die Angaben, die sonst in der Bescheinigung stünden. Der Beschluss wirkt gegenüber der Bank wie eine Bescheinigung.
Prüft das Gericht Ihre Unterlagen und sieht, dass auf Ihr Konto fast nur unpfändbares Geld fließt, weist es auf § 907 ZPO hin: Dann kann es das Guthaben für bis zu 12 Monate ganz von der Pfändung freistellen. Auch bei Nachzahlungen über 500 € setzt das Gericht den freien Teil auf Ihren Antrag fest, und sein Beschluss gilt als Bescheinigung (§ 904 Abs. 5 ZPO); dazu mehr unter Nachzahlung auf dem P-Konto.